Heimarbeit - Chance oder Risiko?

Die Heimarbeit auf nicht selbstständiger Basis stellt einen sehr besonderen Markt dar und ist sehr klar von einer nebenberuflichen Selbstständigkeit abzugrenzen. Es handelt sich hierbei um eine voll versicherungspflichtige Tätigkeit. Der Arbeitgeber muss als Renten-, Kranken- und Sozialversicherungsabgaben leisten. Die Arbeit wird auf Lohnsteuerkarte ausgeübt (es sei denn, sie findet im Rahmen eines 450-Euro-Mini-Jobs statt). Da der Arbeitgeber bei derartigen Arbeitsverhältnissen kein Direktionsrecht hat und auch nicht kontrollieren kann, ob sein Arbeitnehmer die verabredeten Stundenzahlen tatsächlich einhält, wird Heimarbeit oft nicht nach Stunden bezahlt, sondern nach Stückzahlen u.ä.

Vorsicht vor Abzockern!

Gerade im Bereich der Heimarbeit mit Montage- oder Bastelarbeiten ist absolute Vorsicht geboten, denn schwarze Schafe tummeln sich hier zu Hauf. Überall da, wo ein Arbeitgeber (oder im Falle einer Selbständigkeit der Auftraggeber) vorab Zahlungen vom Beschäftigten erwartet, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um unseriöse Heimarbeit handelt. In einem regulären Arbeitsverhältnis stellt der Arbeitgeber alle nötigen Produkte und Materialien für die zu verrichtende Arbeit kostenlos zur Verfügung und nimmt das fertige Produkt ab.

Neben vorab zu leistenden Zahlungen ist die Telefonnummer u.U. ein weiteres Indiz für die fehlende Seriosität eines Arbeitgebers. Können Sie nur über teure Servicenummern Kontakt halten, ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Hier die wichtigsten Hinweise, die Sie dazu bewegen sollten, einen Job gar nicht erst in Betracht zu ziehen. In den seltensten Fällen handelt es sich bei folgenden Szenarien um seriöse Jobanbieter. Seien Sie in folgenden Fällen besonders vorsichtig:

  • Es werden Ihnen fantastische Verdienstmöglichkeiten versprochen
  • Es werden Ihnen Verdienste versprochen, für die Sie nichts leisten müssen
  • Es werden „Schutzgebühren“ für Informationen oder Material verlangt
  • Kontaktmöglichkeit besteht nur über teure Servicenummern oder Postfächer
  • Firmensitz ist im Ausland
  • Sie bekommen kaum Informationen über das Unternehmen
  • Sie sollen die Abnehmer für die von Ihnen hergestellten Produkte selbst akquirieren
  • Sie müssen Vorkasse leisten oder werden aufgefordert eine Gebühr für ein Seminar zu zahlen
  • Sie sollen ein Produkt oder eine Dienstleistung (oft Versicherungen) „erstmal Freunden und Verwandten verkaufen“



Skepsis ist auf jeden Fall berechtigt.
Lassen Sie sich gerade im Bereich der Heimarbeit auf keinen Fall von Versprechungen blenden. Letztlich zählt auch hier nur das, was schwarz auf weiß in einem Vertrag steht.

Typische Heimarbeiten von denen Sie auf JEDEN FALL die Finger lassen sollten:

1.) Verdiene 7.500€/Woche nebenbei
2.) E-Books versenden oder vertreiben
3.) Alle Jobangebote bei denen man in VORLEISTUNG gehen muss
4.) Alle gewerblichen Jobangebote, die auf einer selbst gebastelten privaten "Familien-Hompage" stehen
5.) Alles Jobinserate, bei denen Sie Erfolgsgeschichten lesen können, wie zum Beispiel: "Ich habe in einem Monat 3.456 Euro mit nichts tun verdient"
6.) Alles im Bereich Finanzen und Versicherungen - Finger weg!
7.) Alles was mit eBay-Verkauf zu tun hat. Vorsicht, internationale Geldwäsche. Verkauft niemals Produkte von anderen, die ihr nicht selbst versendet!
8.) Verdiene 7€ / Email (Ich verrate in einer Anleitung wie es geht, wenn Du mir für diese Anleitung 7€ überweist)
9.) Schneeballsysteme, alles was zu verlockend klingt, alles womit man einen enormen Stundenlohn erzielen könnte, alles wovon mein keine Ahnung hat, alles was "schnelles Geld" impliziert - Finger weg! Geben Sie Ihre Daten nicht her, fallen Sie nicht darauf rein!
10.) Kugelschreiber zusammenbauen


Man merkt es am Text des Stellenangebotes: hier ist schon sehr genau beschrieben, was man machen soll. Ist die Stellenbeschreibung nur im entferntesten unklar und zu allgemein- FINGER WEG!
Prüfen Sie die Firmen, die Webseiten - jede Firma MUSS ein Impressum haben. Steht da "Humpidumpi Firma" ohne dem erforderlichen Rechtszusatz (GmbH, KG, AG, UG, Ltd., GbR, etc.) - Vorsicht!.
Steht da nur eine Emailadresse. Finger weg. Steht da nur eine Handynummer und kein Festnetz? Anrufen. Geht der mit "Ja, hallo" ran, ist es selten eine echt eFirma.

Es gibt auch "echte" Heimarbeit - Wichtig ist: immer gut die Firma recherchieren! Anrufen! Das spart Ärger, Zeit und Geld

1.) Wenn man es kann: Entwicklung von Internetseiten (Wordpress) - das machen viele freie Programmierer von daheim
2.) Telefondienst im "Homeoffice" - Sekretärin, Support-hotline, Flirtline...
3.) Kundenakquise. Ein undankbarer Job und nur dann seriös, wenn die Firma bereits Kontakt zu der Adresse hatte. Kaltakquise ohne vorherigen Kundenkontakt mit Erlaubnis=Verboten! Jedenfalls bei Privatpersonen...
4.) Marktforschung. Hier auch wieder aufpassen - nur Stellenangebote in Jobbörsen nutzen, bei denen das Marktforschungsinstitut klar erkennbar und seriös (also eine echte Firma) ist - deren Webseite ruhig mal besuchen. Es gibt seriöse, die Onlinebefragungen machen. Allerdings ist das kein konstante Verdienstquelle. Und ein persönlicher Kontakt sollte schon auch möglich sein. Wenn ihr den "Arbeitgeber" schon am Telefon nicht versteht, aufpassen!
5.) Texte für Verlage oder Webseiten-Betreiber schreiben. Auch SEO-Texter oder "content-Texter" genannt. Hier ist wichtig: Vergütung pro Zeichen, nicht pro Zeit - das würde keiner anbieten.
6.) Babysitting, Tiersitting etc.
7.) Nachhilfe geben - kann man von zuhause machen. Egal ob es Englisch oder Klavierunterricht oder Stricken ist.



Eine anderes Wort für Heimarbeit ist die Arbeit im Homeoffice.



Nebenjobs in Deiner Stadt

Nebenjob als KFZ-Mechaniker/in
Nebenjob als Umzugshelfer/in
Nebenjob als Lieferant/in
Nebenjob als Maler/in